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Im BusyMom-Interview mit Claudia Kaschender von Abenteuer Home-Office geht es darum, wie sie zur Arbeit im Home-Office und zur zusätzlichen Selbstständigkeit gekommen ist. Und wie wichtig die Haltung zur Arbeit im Home-Office wie auch als Selbstständige ist. Und natürlich, wie sich das ganze als Mutter vereinbaren lässt.

Claudia berichtet dabei sehr persönlich über ihre Erfahrungen auf dem Weg ins Home-Office und in die Selbstständigkeit als Mutter. Sie lässt uns dabei teilhaben an ihren Erkenntnissen, was für sie heute wichtig war und ist, um dies auch gesund und erfolgreich gestalten zu können.

Ich freue mich sehr über dieses interessante und persönliche Interview mit Claudia Kauscheder. (Sowie unser „Live-Interview“, das wir im Nachgang hierzu geführt haben. Bald wird es auch hier veröffentlicht. Dort erfährst Du dann noch mehr Insides und Tipps von Claudia.

In dieser Interview-Reihe BusyMom-Interview berichten selbstständig (und teils auch angestellt) tätige Mütter aus ganz unterschiedlichen Branchen über ihren Weg zur Selbstständigkeit und ihre Erfahrungen als selbstständige Mutter sowie ihre Selbstfürsorge als Mutter und Selbstständige. Natürlich geht es hierbei auch um die Möglichkeiten, Familie und Beruf als Selbstständige zu vereinbaren, wie auch die Schwierigkeiten oder Herausforderungen dabei. Manche Interview-Partnerinnen vereinen auch eine angestellten und eine freiberufliche Tätigkeit. Eine bunte Reihe mit faszinierenden Interview-Partnerinnen ist hier entstanden. Alle ein bis zwei Monate werden ein bis zwei Interviews hier auf dem Blog veröffentlicht. Und zukünftig auch mit einem Interview als Video ergänzt – wie hier bei Claudia Kauschender.

 

Eine kurze Vorstellung von Claudia Kauscheder

Mein Name ist Claudia Kauscheder. Ich lebe in der Nähe von Wien und arbeite seit mehr als 20 Jahren bereits im Home-Office. Zuerst nur angestellt und seit 2009 auch mit eigenem Online-Business selbständig.

Nach mehreren Stationen habe ich 2015 das Abenteuer Home-Office gegründet, um andere Homeworker dabei zu unterstützen, ihre Arbeit im Home-Office so zu organisieren, dass sie einerseits erfolgreich in ihrem Business aber andererseits auch zufrieden im „Home“ sind.

 

Welche verschiedenen Rollen vereinbarst Du heute als Frau und Mutter?

Inzwischen sind meine Kinder ja schon groß (22 und 19) und nur mehr mein Sohn wohnt bei uns. Somit ist die „große“ Mutter-Rolle schon etwas kleiner geworden. Trotzdem bin ich noch „Feuerwehr“ für meine Kinder, wenn irgendetwas nicht klappt, Gesprächspartnerin und natürlich Gefährtin für meinen Mann.

Die Rollen ändern sich ständig. Manch eine geht, dann kommt wieder eine andere dazu. In ein paar Jahren wird auch mein Sohn das Nest verlassen haben, mein Mann dann in Pension sein und dann wird alles wieder ganz anders aussehen.

 

Wie bist Du damals als Mutter zur Arbeit im Home-Office gekommen?

Im Prinzip hat mich die Mutter-Rolle zur Arbeit ins Home-Office gebracht. Ich konnte mir nicht vorstellen, „nur“ Mutter und Hausfrau zu sein, dazu war mir Arbeit und Selbstbestimmung schon immer zu wichtig. Also galt es, eine andere Möglichkeit zu suchen.

Damals hatte ich eine Chefin, die ebenfalls ein Kleinkind zu Hause hatte und somit meine Beweggründe sehr gut nachvollziehen konnte. Da auch das Internet mehr und mehr Einzug hielt (ja, ich denke das können sich einige Leserinnen gar nicht vorstellen, dass es das nicht immer gab …) waren zumindest die technischen Voraussetzungen dazu gegeben.

Als meine Tochter 2 Jahre alt war, zogen wir außerdem von Wien weg und damit war klar, dass nur die Arbeit im Home-Office blieb, um auch in diesem Unternehmen zu bleiben. Und zu meinem Glück war meine Reputation im Unternehmen bereits so gut, dass mir dieser Weg möglich war.

 

Wie war Dein Weg hin zur zusätzlichen Selbstständigkeit?

Der hat sehr steinig und ungewollt begonnen. Meine Eltern waren mit einer KFZ-Werkstätte selbständig – und für mich war aus dieser Erfahrung heraus Selbständigkeit ein rotes Tuch. Hättest du mir vor 20 Jahren gesagt, dass ich es eines Tages lieben werde, ich hätte es nicht geglaubt.

Die Kurzzusammenfassung: 2003 bin ich an Brustkrebs erkrankt und habe während der ganzen Therapien eine Möglichkeit gesucht, um mir auch selbst alternativmedizinisch helfen zu können. D.h. ich habe etliche Ausbildungen gemacht – und das hat sich dann in meinem Bekannten- und Freundeskreis im Dorf herumgesprochen. Und sehr schnell kamen immer mehr Anrufe nach dem Motto „Ich habe … kannst du mir helfen?“

Und 2005 war es so weit, dass mir eine befreundete Steuerberaterin geraten hat: „Claudia, jetzt wird’s Zeit, einen Gewerbeschein zu lösen.“

Heute bin ich von diesen Tätigkeitsfeldern sehr weit weg. Aber das war der Beginn.

 

Warum hast Du Dich für die Selbstständigkeit als Mutter entschieden?

Die erste Entscheidung war eigentlich die Arbeit im Home-Office. Für die Selbständigkeit habe ich mich nicht willentlich entschieden, die ist mir eher passiert.

Allerdings ist das genau einer der Knackpunkte. Ich hatte mich als „nebenbei“ selbständig bezeichnet und so ist es jahrelang auch nur ein „nebenbei“ geblieben. Erst als ich ungefähr 2014 die Entscheidung getroffen hatte, wirklich daraus etwas zu machen und somit nebenbei angestellt zu bleiben, ab da hat’s erst funktioniert mit der Selbständigkeit.

Alles eine Frage der Priorität und des Fokus.

 

Was ist wichtig, damit Du als Mutter erfolgreich als Angestellte wie auch als Unternehmerin sein konntest und kannst?

Ich denke, egal ob Mutter oder nicht, wichtig ist es, die verschiedenen Rollen nicht miteinander verschwimmen zu lassen. Das musste ich allerdings auch erst lernen.

Wenn ich die Rolle „Angestellte“ einnehme, dann fülle ich sie zu 100% aus. Wenn ich für meine Selbständigkeit etwas mache, dann bin ich auch zu 100% in dieser Rolle und denke z.B. nicht darüber nach, was ich jetzt als Angestellte tun sollte.

Und – ganz wichtig – wenn ich Mutter oder Partnerin bin, dann eben auch zu 100%. Früher war mein Lieblingswort „nebenbei“ … das habe ich gestrichen.

 

Würdest Du diese Schritte wieder tun?

Eine schwere Frage. Wie schon geschrieben, ist mir viel „passiert“. Der Weg ist durchs Gehen entstanden. Daher kann ich das nicht wirklich beantworten.

Wenn ich allerdings zurückblicke, weiß ich, dass alle Schritte (auch wenn sie heute unsinnig oder als Umweg erscheinen) notwendig waren, um zu der Unternehmerin und Frau zu werden, die ich heute bin.

 

Und wenn ja, was würdest Du beim nächsten Mal anders machen?

Ich denke, ich würde Entscheidungen schneller treffen. Z.B. habe ich ein ganzes Jahr hin- und herüberlegt, ob ich kündigen soll oder nicht. Das hat mich wahnsinnig viel Energie gekostet und mich gebremst. Erst als meine Entscheidung für dieses „Doppelleben“ gefallen ist, hatte ich wieder den Kopf frei, um sinnvoll an meinem Business zu arbeiten.

 

Welche Sorgen und Ängste hattest Du als Mutter im Home-Office? Und wie bist Du damit umgegangen als die Kinder kleiner waren?

Ich glaube, gerade weil meine Arbeit im Home-Office stattgefunden hat, habe ich extrem wenig Ängste und Sorgen gehabt. Denn ich war bei meinen Kindern. Gleichzeitig habe ich ihnen als Vorbild gedient, dass Arbeit Spaß machen kann und nicht nur 9 to 5 bedeutet.

Außerdem bin ich von Kind an immer schon der Typ „Glas halb voll“ gewesen. Einzig als ich so krank wurde, habe ich mir ernsthaft Sorgen gemacht. Aber auch mit dem Hintergedanken „Das ist für irgendetwas gut …“.

Meinen Mann kann ich mit dieser Einstellung „Wer weiß, was kommt … schaun‘ wir mal …“ oft ziemlich nerven ;-).

 

Welche Freiheiten und Chancen bietet Dir heute Deine Kombination Angestellt-Sein und Selbstständig-Sein als Mutter?

Wenn ich es auf die Rolle als Mutter umlege, dann gibt es mir heute die Möglichkeit, beide Seiten zu kennen. Das bedeutet auch, dass, egal wofür sich meine Kinder entscheiden werden, ich zumindest wissen werde, wovon sie sprechen.

Außerdem gibt mir die Kombination die Freiheit, mich über spontane Besuche meiner Tochter zu freuen, immer wieder meinen Enkelhund im Home-Office zu haben und ihnen nach wie vor ein Beispiel dafür zu sein, dass beide Arbeitsformen ihre Berechtigung, Vor- und Nachteile haben und jede Menge Freude machen können.

 

Wie hast Du für eine Trennung zwischen Arbeit und Familie gesorgt, als Deine Kinder klein waren?

Ganz klar: zu wenig. Leider. Aber das musste ich, wie geschrieben, erst lernen. Ich war so begeistert von meiner Arbeit, dass ich oft mit dem Kopf völlig woanders war, als mit dem Körper.

Erst als ich das bemerkt habe (vor allem die ständige eigene Unzufriedenheit), konnte ich es ändern. Ab da war ich „hier“ wo auch immer das war.

Dabei hat mir meine recht pragmatische Art geholfen. Was geht, geht. Und was nicht geht, eben nicht.

 

Wie trennst Du heute Dein Business / Deine Arbeit von Deinem Privatleben mit Deiner Familie?

Heute gehe ich damit relativ strikt um. Am Anfang steht immer eine Entscheidung: Bin ich im Arbeitsmodus, dann kann es passieren, dass ich auf Zurufe der Familie nicht reagiere. Bin ich im Privat-Modus, dann ignoriere ich auch eMails und Privatnachrichten. Ich weiß halt aus der Erfahrung der letzten Jahre, dass nichts so wichtig sein kann, um nicht ignoriert zu werden, wenn ich gerade eine andere Rolle ausfülle.

Seit kurzem sind mein Mann und ich relativ oft am Wochenende mit unserem Wohnmobil unterwegs. Das ist für mich wieder ein völlig neues Learning, dass ich es schaffe, meine Prioritäten unter der Woche so zu legen, dass ich am Wochenende wirklich frei habe. Und mir vielleicht gerade einmal eine Stunde Zeit nehme, um Fragen wie diese hier zu beantworten. Wenn ich damit fertig bin, bin ich wieder in der Rolle „privat“ ;-).

 

Wie sorgst Du für Dich als Mutter und Frau?

Ich habe kein Bedürfnis nach Yoga, viel Sport oder andere „typische“ Freizeitaktivitäten. Mein Business ist für mich Hobby, Berufung, Spaß, Lernen und Persönlichkeitsentwicklung in Einem. Und damit sorge ich sehr gut für mich.

Natürlich gibt es Phasen, in denen ich sehr angespannt bin. Z.B. während eines Launches. Dann versuche ich genug zu schlafen, Wasser zu trinken und mir mein positives Naturell zu erhalten. Manchmal schaffe ich das nur mit Hilfe eines Coaches und einer lieben Freundin. Auch das fällt für mich unter Selbstfürsorge.

 

Welche Ressourcen und welche Unterstützung hattest Du, als die Kinder kleiner waren?

Dadurch, dass wir aus Wien – und somit von unseren Eltern – weggezogen sind, war es nicht immer einfach. Allerdings habe ich mir sehr schnell ein Netzwerk von Müttern aufgebaut und wir haben uns alle gegenseitig unterstützt, die Kinder abwechselnd betreut, usw.

Weil mein Sohn erst mit drei Jahren in den Kindergarten gehen konnte, habe ich auch ein halbes Jahr lang auf eine Tagesmutter zurückgegriffen, damit ich ungestörte Arbeitszeit habe. Eine der besten Ideen überhaupt. Das Geld, das ich damals verdient habe, ist zwar fast zu 100% an die Tagesmutter weitergereicht worden, aber dadurch habe ich den Wiedereinstieg gut geschafft und war nicht zwischen den Rollen zerrissen. Das war es auf jeden Fall Wert.

Und wenn ich heute daran denke, wie viele Frauen mir geholfen haben, als ich krank wurde. Unglaublich. Da wurden meine Kinder abgeholt und bespaßt, ich wurde ins Krankenhaus für die Chemo gebracht, die Hilfsbereitschaft war überwältigend.

Ob das in der Großstadt auch so geklappt hätte? Das wage ich zu bezweifeln.

 

Welche Ressourcen nutzt Du heute als Unternehmerin, um alles gut umsetzen zu können?

Ich schätze, das sind hauptsächlich interne Ressourcen, die ich in den letzten Jahren für mich aufbauen konnte. Und natürlich auch Tools und Selbstmanagement-Methoden.

 

Was ist Dein Best Practice Tipp für andere Mütter?

Das ist wahnsinnig schwer, über den Kamm zu scheren. Es kommt darauf an, wie alt die Kinder sind, ob sie selbständig oder angestellt sind, über welche internen und externen Ressourcen sie verfügen …

Aber eines möchte ich doch weitergeben: Streicht euer schlechtes Gewissen!

Und wenn nicht für euch, dann euren Kindern zuliebe. Die haben nämlich ganz feine Antennen und spüren sehr genau, wenn ihr innerlich zerrissen seid. Und sie führen es irgendwann auf sich selbst zurück. Damit tut ihr ihnen keinen Gefallen.

Steht dazu. Egal ob ihr selbständig tätig seid oder angestellt. Schätzt euch selbst, zieht Grenzen und lasst euch nicht erzählen, was geht und was nicht!

 

Was möchtest Du anderen Müttern noch mitgeben, die überlegen, sich selbstständig zu machen und/oder im Home-Office zu arbeiten?

Streich das Wort „nebenbei“. Egal in welchem Zusammenhang.

Wenn ihr Mutter seid, seid Mutter. Und wenn ihr arbeitet, dann arbeitet.

So bekommt ihr nicht nur von außen, sondern auch von euch selbst die Anerkennung und Wertschätzung die ihr braucht, um durchzuhalten.

 

Was möchtest Du anderen Müttern mitgeben, die schon selbstständig und/oder im Home-Office tätig sind?

Es wird besser ;-).

Nein, im Ernst. Mit zwei oder mehr kleinen Würmern zu Hause kann man sich gar nicht vorstellen, dass es irgendwann besser wird.

Aber es ist so. Je älter die Kinder werden, desto mehr Energie und Zeit werdet ihr für eure Arbeit im Home-Office haben.

Bis dahin heißt es halt Geduld haben, dranbleiben – und bitte nicht vergleichen! Ich höre immer wieder, dass Frauen mit kleinen Kindern ihren Erfolg mit Frauen vergleichen, die z.B. gar keine Familie haben. Oder eine andere Ausbildung. Oder, oder.

Jeder „externe“ Vergleich führt auf jeden Fall zu Frust oder Ungeduld. Und beides ist nicht angebracht und bringt euch keinen Schritt weiter.

 

Was ist Dein Leitsatz?

Mein Leitsatz steht unter jedem meiner Blog-Artikel:

„Bleib‘ neugierig!“

Damit stehen alle Türen offen!

 

Über meine Interview-Partnerin

Profilfoto Claudia Kauscheder Blogbeitrag als Mutter im Home-Office

 

Claudia Kauscheder ist dein Scout im Abenteuer Home-Office.

Sie arbeitet bereits seit mehr als 20 Jahren im Home-Office – sowohl angestellt als Programmiererin, als auch seit ca. 2009 selbständig in ihrem Online-Business.

 

 

 

Vielen Dank für das tolle Interview, liebe Claudia!!!

Das ergänzende Video-Interview mit Claudia Kauscheder zu diesem Blog-Interview wird demnächst auch veröffentlicht!

Liebe Grüße
Sabine

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P.P.S.: Hier kannst Du im Gastbeitrag von Claudia Kauscheder mehr über die Arbeit im Homeoffice und Fehler, die Du als Mutter hier vermeiden kannst, erfahren.

 

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