Stress als Mutter, sich wie im Hamsterrad zu fühlen, immer Funktionieren zu müssen … das werden einige Mütter kennen. Doch muss das immer so sein? Oder gibt es auch ein paar Möglichkeiten, hier selbst Einfluss zu nehmen, etwas zu entschleunigen, den Stress zu reduzieren und mehr Zeit zu gewinnen? Hiervon handelt der tolle Ratgeber „100 Tipps für eilige Mütter“ von Barbara Schilling. 7 praxiserprobte Tricks hieraus verrät Barbara Schilling in ihrem Gastbeitrag für alle Busy Moms. Natürlich auch geeignet für Busy Dads 😉

 

Gastbeitrag von Barbara Schilling

 

„Menschen, die Zeit haben, sind immer auch Menschen, die nicht glauben, sie müssten alles selbst machen.“ (Emil Oesch) 

 

Jede Mama, viele Papas kennen das, behaupte ich: Stress, Zeitnot, Überforderungsgefühle. Auf gut deutsch: „Ich hab die Faxen dicke!“ „Ich mag / kann / will nicht mehr …“ Doch was kann man konkret tun, um dem Hamsterrad, in dem zeitweilig jede(r) von uns steckt, zumindest etwas Schwung zu nehmen?

Den Stress als Mutter reduzieren

In meinem augenzwinkernden Ratgeber „100 Tipps für eilige Mütter“ habe ich einige praxiserprobte Tricks gesammelt, um das Leben mit Familie ein wenig leichter und „Stress –freier“ zu gestalten und den Stress als Mutter zu reduzieren. Damit mehr Zeit und Kraft übrig bleibt. Aber nicht um noch mehr zu „schaffen“, sondern um mehr Zeit und Muße zu haben, die schönen Augenblicke, von denen es mit Kindern unbestreitbar sehr viele gibt, genießen zu können.

Vielleicht hast du Lust, den einen oder anderen Trick auszuprobieren bzw. hast eigene, um dem gefühlten Stress als Mutter Herr zu werden, die du in den Kommentaren mit uns teilen möchtet. Ich bin gespannt und freu mich drauf.

Deine Barbara

 

Kommen wir nun zu meinen ausgewählten Tricks gegen den Stress als Mutter:

 

1. Das Leben besteht aus Kompromissen

Nicht neu aber wahr. Das Leben ist kein Ponyhof. Oder doch? Wer Kompromisse als notwendig erachtet und akzeptiert, ohne ewig zu hadern, kann viel Stress vermeiden. Mit dem Motto „Dann ist das jetzt eben so“ wird einiges einfacher. Ob Aufräumen, immer „nett“ sein oder aber konkrete Fragen wie „Brei kaufen oder kochen“ – wer sich und den eigenen Idealen zugesteht, auch mal eine Auszeit zu nehmen, kommt im Alltag besser klar. Ein gesunder Pragmatismus hilft ungemein, die Tücken des „zu viel“, „zu oft“ und „zu schlecht“ zu meistern.

„Heute gibt es mal „nur“ Fertigpizza“ – na und? Meist stört das niemanden außer einen selbst.
Ansonsten: Viel auf einmal kochen und einfrieren, das gleiche gilt übrigens für Babybrei. Statt Nippes sich Nützliches oder Zeit wünschen. Wer nicht auch noch im Kopf hat, dass die Wäsche gemacht und Fenster geputzt werden müssen, hat gleich weniger Stress als Mutter. Besonders praktisch finde ich Einkaufsgutscheine – inkl. Lieferung versteht sich.

Und überhaupt: Warum bist du für den Haushalt zuständig? Hol dir Hilfe von deinen Familienmitgliedern. Am besten gleich konkrete Aufgaben verteilen.

2. Mut zur Lücke

So hilfreich Listen und Organizer auch sind, das Leben – vor allem mit Kindern – ist eben nur bedingt planbar. Deshalb vergessen wir oft unsere große Stärke: Flexibel sein. Machen wir uns mit ellenlangen ToDo Listen nicht noch selbst das Leben schwer. Was wirklich wichtig ist, Arzttermin, Schulanmeldung, etc. steht oben. Es sollten aber generell nie mehr als 5-7 Punkte auf der Liste stehen, denn mehr kann das menschliche Auge auf einen Blick nicht erfassen. Was darüber hinausgeht, verursacht nur wieder „Erledigungsstress“.

Du bist der Chef. Und Chefs delegieren. Also, gib ab, was immer geht. Du musst nicht alles allein stemmen. Du musst nur bereit sein, auch zu teilen. Die Verantwortung, das Vertrauen. Gerade Dinge, die sekundär sind, können super von Dritten erledigt werden. Wenn du gar niemanden hast, der dir hilft, kannst du dich ggf. auch ans Jugendamt oder an andere Beratungsstellen wenden und ggf. zum Beispiel nach einer Familienhilfe fragen. Alles ist besser, als sehenden Auges in den Burn-out zu schlittern.

3. Ab auf die Couch

Schweigen ist Silber, Reden ist Gold. Sprich mit jemanden, schütte ab und zu dein Herz aus bei einer Person deines Vertrauens. Zu viel seelischen Ballast mit sich herumzuschleppen, kann krank machen. Rede dir mal alles von der Seele, dann wiegt es gleich weniger schwer. Auch viele Entscheidungen kann man so schneller treffen, wenn man andere Meinungen hört, selbst wenn sie gegenteilig sind. Der Austausch mit anderen ist KEIN Zeitfresser, solange es dir gut tut. „Anything goes“, rede deinen Stress als Mutter in Grund und Boden!

4. Morgens Zeit sparen

Ob das Frühaufsteherbaby oder ältere Kinder – generell herrscht morgens bei den meisten Familien ein ziemliches Durcheinander, was der allgemeinen Stimmung nicht immer zuträglich ist. Stress ist vorprogrammiert. Abläufe optimieren kann helfen. Effizienz statt Chaos: Meist gibt es dutzende Kleinigkeiten zu erledigen. Ein gewisser chronologischer Ablauf gibt Struktur vor, für alle Beteiligten.

Wer nicht schlaftrunken und gehetzt jeden Morgen aufs Neue überlegen muss, was er wann macht bzw. zuerst macht, spart Zeit. Zum Beispiel: Zuerst wird das Baby versorgt, dann kommt das zweitälteste Kind oder aber du selbst bist erst einmal dran. Während du mit Waschen und Anziehen beschäftigt bist, kann vielleicht einer schon den Frühstückstisch decken. Beim Früh- stück können gleich die Pausenbrote geschmiert werden. Die älteren Kinder können das wunderbar schon allein erledigen.

Nach dem Frühstück wird gemeinsam abgeräumt, dann zum gemeinschaftlichen Zähneputzen getroffen. Danach: allgemeines Schuhe- und Jacken-Anziehen, Taschen nicht vergessen und los geht’s. Ritualisierte morgendliche Abläufe helfen Struktur in die morgens immer zu kurze Zeitspanne zu bringen.

5. Sauber ist Ansichtssache

Wer braucht schon sauber, wenn es auf den Spielplatz geht? Was bedeutet sauber eigentlich? Ein kleiner Fleck? Zwei kleine Flecken? Wie sauber es in welcher Situation sein soll, entscheidest immer noch du – und das ist gut so. Weder Schwiegermutter noch Mit-Muttis haben das Recht auf blöde Kommentare. Es ist deine Kraft, es ist deine Zeit und: Flecken stören die Erwachsenen, selten die Kleinkinder.

Adé, Miss Perfect!

Je eher du dich vom Perfektionismus verabschiedest, desto mehr Zeit bleibt für andere Dinge. Denn mit Kleinigkeiten vergeuden wir die meiste Zeit. Das im Prinzip auf alle Bereiche anzuwendende „Pareto-Prinzip“ besagt: Die meisten Aufgaben können zu 80 % mit einem Mitteleinsatz von nur 20 % erledigt werden. Die verbleibenden 20 % für eine Aufgabe benötigen dagegen 80 % der Gesamtzeit. Und verursachen somit die meiste Arbeit, obwohl das kleinste Ergebnis dabei herauskommt.

Beispiel Saubermachen: Um 80 %, also 4/5 der Wohnung sauberzubekommen, benötigen wir evtl. 2 Stunden. Dann ist gesaugt, die Bäder halbwegs geputzt, die Küche aufgeräumt und die Spülmaschine angestellt. Es sieht ordentlich aus. Um jetzt alles zu schaffen, die vielen kleinen Details, z. B. die Schränke ausräumen und feucht auszuwischen, die Fugen im Bad zu reinigen, die Spiegel und Fenster zu putzen, im Bücherregal Staub zu wischen, etc. benötigen wir wahrscheinlich einen ganzen Tag. Und das Ergebnis ist – zumindest auf den ersten Blick – dasselbe. Es sieht sauber aus. Also, es reicht im Prinzip völlig aus, alle paar Wochen mit allen zusammen einen „Grundputz“ zu veranstalten statt immer wieder in Stress als Mutter zu verfallen. Und wenn er der (Schwieger-)Mutter nicht sauber genug ist, darf sie wieder gehen oder euch ins Café einladen.

6. Improvisieren und Nein sagen

Improvisieren

Eine herrliche Möglichkeit, aus scheinbar schwierigen oder von Mangel behafteten Situationen herauszufinden. Unsere Kreativität bietet viel mehr Optionen, als wir auf den ersten Blick sehen. Improvisieren – eine Gabe, die man übrigens auch prima trainieren kann! Originelle Lösungen kommen oft zu einem, wenn man sie lässt und die innere gedankliche Barriere überwindet.

Nein sagen

Überstunden? Gefallen tun? Schnell noch was besorgen? Eigentlich bist du schon im Stress, kannst aber nicht Nein sagen?

Doch, du kannst. Einmal die Scheu überwinden und den Konflikt in Kauf nehmen. Voilà. Und das Gute daran ist, je öfter du das machst, desto eher gewöhnen sich die Leute daran und akzeptieren dein Nein widerspruchslos.

Denk daran: Du sagst hier Nein, um woanders JA sagen zu können. Selbstpflege – wenn es mir gut geht, geht es auch den anderen gut.

7. Freeeeze! Innehalten

Tschüß Stress! Wann hast du das letzte Mal (länger als 10 Sekunden) den Himmel betrachtet? Spürst du die Jahreszeit bewusst? Wie schmeckt dein Kaffee, wenn du ihn mit geschlossenen Augen trinkst? Innehalten wird in unserer eiligen Welt immer schwieriger. Paradox, denn vermeintlich ist nichts einfacher, als einfach mal anzuhalten. Gönn dir selbst immer wieder keine Fluchten, um den Blick für das Ganze nicht verlieren. Oft ergibt sich daraus auch eine neue Perspektive auf (vermeintliche) Probleme.

Muttersein ist immer auch ein wenig Ausnahmezustand. Statt nur für dich zu sorgen, hast du plötzlich viel mehr Verantwortung, hast andere, dir mega-wichtige Personen auf dem Schirm, und das ständig. Das schlaucht auf Dauer. Deine Prioritäten setzt du dir selbst; trau dich, das (nicht) zu tun, was du (nicht) brauchst.

 

 

Ich wünsche dir und deiner Familie von Herzen Zeit, Kraft und alles, was dir gut tut.
Lass dich nicht hetzen, lass dir nicht reinreden und nimm Unterstützung an, wo du sie findest.

 

Liebe Grüße

Barbara

 

Profilfoto Barbara Schilling

Barbara Schilling, gebürtige Berlinerin, Werbetexterin, Autorin und Mutter, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Potsdam, wo sie seit dem Studium (Literatur- und Kulturwissenschaften) als Unternehmerin (Werbeagentur Artivista) und Texterin vielseitig tätig ist.

Ihre (Fach)Bücher sind auf www.angenehme-vorstellung.de zu finden.

 

 

 

Vielen Dank für den tollen Gastbeitrag von Barbara Schilling!!!

Liebe Grüße

Sabine

 

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