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Balance halten zwischen Familie, Selbstfürsorge und Partnerschaft – ein Traum der meisten Frauen und Mütter. Aber wie soll das denn überhaupt gehen? In diesem Gastbeitrag auf BusyMom verrät dir Ilse Maria Lechner vom Entfaltungsparadies ihren Weg und ihre 12 besten Tipps.

 

Gastbeitrag von Ilse Maria Lechner

Mein Weg aus der Krise in die Balance zwischen Familie, Selbstfürsorge und Partnerschaft

Heißa, neue Zeiten brechen an! Die Kinder sind selbständig und studieren und mein Mann und ich haben endlich wieder ganz viel Zeit für uns.

Das war nicht immer so. Natürlich nicht. Auch unsere Kinder waren einmal klein. Wir waren beide berufstätig, mussten unseren Weg als Familie finden und haben gleichzeitig und nebenher unser Haus umgebaut. Wenn ich heute an diese Zeiten zurückdenke, dann hab ich sofort wieder dieses Gefühl der Überlastung. Ich fühle mich unzulänglich, allein und werde innerlich ganz unruhig. Ich kann mich gut an die durchwachten Nächte erinnern und die energielosen Tage, die ihnen folgten. Noch heute frage ich mich, wie wir das alles überstanden haben.

Ich habe lange gebraucht, um die richtige Balance zwischen Familie, Partnerschaft und Selbstfürsorge zu halten. Mein Leben sah ungefähr aus, wie in der unten stehenden Grafik.

Der blaue Kreis steht für mich, der grüne für meinen Mann und der rote für die Kinder. Aus den jeweiligen Überschneidungen ergibt sich dann Paarzeit, Familienzeit, Zeit von jeweils Vater oder Mutter mit Kindern.

Heuer sind mein Mann und ich seit 25 Jahren verheiratet und immer noch glücklich miteinander. Unser Familienleben schaut mittlerweile so aus wie hier in der Grafik. Wir haben unsere Balance also gefunden.

Was für ein Unterschied! Wobei zu bemerken ist, dass der rote Kreis immer weiter nach Außen rückt. Bald werden unsere Kinder aus dem Nest geflogen sein und uns nur mehr besuchen 😉

 

Es war ein langer, manchmal verzweifelter und oft einsamer Weg, die richtige Balance zu finden

Klar in der ersten Grafik erkennbar ist, dass zwar die Kinder und mein Mann viele ihrer Bedürfnisse erfüllen konnten, für mich selbst blieb dabei aber wenig Zeit.

Stand ein Wochenende an und ich freute mich auf Entspannung, dann konnte ich sicher sein, dass mein Mann einen Klettertreff ausmachte. Nachdem ich mir bewusst war, wie sehr er diese Zeit für sich zum Abschalten brauchte, hab ich wieder hineingebissen und mich allein um die Kinder gekümmert. Ich wusste, sage ich „Nein!“, dann ist mein Mann unausgeglichen und wir alle baden es aus.

Ich weiß aus meinen Coachings, dass viele junge Mütter diese Situation kennen. Die Symbiose mit den Kindern ist am Anfang groß. Die Herausforderungen als Familie sind noch neu und täglich stehen die Eltern vor neuen Aufgaben.

So tun beide Eltern ihr Bestes, um all diesen Anforderungen gerecht zu werden. Sie sind mit den Alltagsaufgaben vollkommen ausgelastet. Teilweise bringen sie diese an ihre Grenzen. Schließlich kann mit einem Kind immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Das Kind zahnt und weint die Nacht durch, es wird krank und die Eltern können vor Sorgen kaum schlafen. Oder aber das Kind hat entwicklungsbedingte Klammerphasen und die Eltern dürfen sich keine 10 m wegbewegen. All das zerrt nicht nur an den Nerven, es kostet auch Energie. Zeit als Paar bleibt kaum. Wenn dann wirklich vorsichtige Annäherungsversuche passieren und Hoffnung auf Sex besteht, dann hat sicher eines der Kinder einen Albtraum.

Wie ist es mir gelungen, die Balance zu finden?

Ich schreibe absichtlich, dass es mir gelungen ist, die Balance zu finden. Ich habe nämlich einen Grundsatz. Bist du mit einer Situation unzufrieden, dann fang bei dir selbst mit der Veränderung an! Wenn du dann die ersten Erfolge verzeichnen kannst, dann ist es auch wichtig, diese Balance zu halten.

Ein wirklich grandioser Impuls kam von meiner Mutter. Dafür bin ich ihr noch heute dankbar. Hätte ich mich nicht an diesen Rat gehalten, wären mein Mann und ich heute sicher nicht mehr verheiratet. (Siehe Tipp 10 ;-))

Balance halten: Hier meine 12 Tipps an dich, damit du die Balance zwischen Partnerschaft, Familie und Selbstfürsorge halten kannst

Meine 12 Tipps zum Balance halten in der Übersicht

1. Abgrenzung

2. Nein-Sagen lernen

3. Das Spiel von Nähe und Distanz perfektionieren

4. Jedes Familienmitglied hat ein Recht auf Me-time

5. Es gibt Zeit zu zweit für alle Familienmitglieder

6. Kommunikation

7. Ehrlichkeit sich selbst und den Familienmitgliedern gegenüber

8. Offenheit über die eigenen Bedürfnisse

9. Zugeständnisse machen

10. Paarzeit als Extrabonus und Chance für Veränderung

11. Zeit ist das höchste Gut in der Familie

12. Gemeinsame Erlebnisse schaffen

 

Und was bedeutet das konkret zum Balance finden und Balance halten?

1. Abgrenzung

Lerne zwischen den Bedürfnissen deiner Familienmitglieder und deinen eigenen zu Unterscheiden und grenze dich ganz klar ab. Jedes Familienmitglied hat dasselbe Recht auf Zufriedenheit und Glück. Erst wenn du aus der Symbiose aussteigst, wirst du dich selbst wieder spüren und deine Bedürfnisse erkennen.

2. Nein-Sagen lernen

Lerne Nein-zu sagen. Jedes „Nein“ zu einem Familienmitglied ist ein „Ja“ zu dir selbst. Überlege aber immer, ob das „Nein“ den damit verbundenen Preis wert ist.

Manchmal ist ein Kompromiss langfristig die bessere Lösung. Es kann aber auch sein, dass die Durchsetzung des „Nein“ mehr Kraft kostet, als sie Nutzen bringt.

3. Das Spiel von Nähe und Distanz perfektionieren

Am Anfang einer Beziehung ist es so klar. Interessant ist, wer auch kleine Geheimnisse hat und sich auch mal rar macht. Sobald Kinder da sind laufen Frauen in die Verfügbarkeitsfalle. Sie sind auf die Bedürfnisbefriedigung anderer programmiert und vergessen auf sich selbst zu achten.

4. Jedes Familienmitglied hat ein Recht auf Me-time

Männern fallen die Abgrenzung und die Durchsetzung ihrer Bedürfnisse meist leichter. Ich kenne kaum Männer, die ihren Vereinsabend oder das Fußballspiel mit Freunden absagen würden, um ein Kind zum Arzt zu bringen. Eher wird der Arzttermin verschoben. Lerne als Frau daraus und nimm die Termine mit dir selbst genauso wichtig, wie die Termine der anderen.

5. Es gibt Zeit zu zweit für alle Familienmitglieder

Nicht nur Eltern genießen es, Zeit zu zweit als Paar zu haben. Auch für Kinder ist es wichtig, jeden Elternteil immer wieder einmal ganz für sich allein zu haben. In diesen Momenten entsteht eine ganz besondere Nähe und auch die verschlossensten oder bockigsten Kinder werden dann auf einmal streichelweich und gesprächig.

6. Kommunikation

Miteinander reden bringt nicht nur Probleme auf den Tisch und schafft Klarheit über Unzufriedenheiten, es bietet immer auch das Potential für Lösungen. Manchmal weiß der Partner einfach nicht wie es dir geht. Er kann nicht Gedanken lesen. Demzufolge kann er weder in deinem Sinne handeln noch dir bei der Lösung des Problems helfen.

7. Ehrlichkeit sich selbst und den Familienmitgliedern gegenüber

Manchmal sind wir in einer Situation gefangen. Ich zum Beispiel habe aus meiner Erschöpfungssituation auch einen Zusatznutzen gezogen. Ich konnte allen beweisen, wie leistungsfähig, engagiert und toll ich bin. Erst als ich das erkannt hatte, konnte ich etwas ändern.

Diese Ehrlichkeit mir selbst gegenüber war die Basis für die Ehrlichkeit der Familie gegenüber.

8. Offenheit über die eigenen Bedürfnisse

Das klingt etwas komisch: Gestehe dir deine Bedürfnisse ein. Du hast ein Recht darauf. (Auch wenn es ausgefallene Wünsche sind.)

Viele Frauen kommen sich schlecht vor, wenn sie sich selbst vor die anderen stellen. Manchmal ist das aber bitter notwendig, um wieder Kraft zu tanken. Meistens sind die Wünsche aber ganz banal. Z. B. wieder mal in Ruhe ein Buch ohne Unterbrechung zu lesen.

(Anmerkung von Sabine: Hier findest Du Ideen, wie Du Deine Bedürfnisse formulieren kannst und wie Ihr sie als Familie jeweils durch das Familienboard transparent machen könnt!)

9. Zugeständnisse machen

Eine Familie ist ein System, das nur durch das Zusammenwirken und das Zusammenspiel aller Teile funktionieren kann. Das bedeutet auch manchmal Zugeständnisse zu machen und sich zurückzunehmen. Es sollte aber ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein. Wenn immer (oder hauptsächlich) nur einer gibt, dann ist etwas faul.

10. Paarzeit als Extrabonus und Chance für Veränderung

Das ist der Tipp meiner Mutter. Nehmt euch als Paar wichtig. Denn nur, wenn ihr euch als Paar wichtig nehmt, könnt ihr auch gut als Familie (im herkömmlichen Sinne) bestehen.

Uns gehörte jedes Jahr ein Wochenende nur für uns. Das erste Wochenende hatten wir kurz nachdem ich unseren Sohn abgestillt hatte. Später fuhren wir sogar einmal eine Woche auf Urlaub. Das alles ging nur dank der Unterstützung meiner Eltern, die sich in dieser Zeit um die Kinder kümmerten.

Diese Zeit war stets ein Re-load für unsere Beziehung. Es wurden Gespräche geführt, für die im Alltag keine Zeit war. Es entstand Nähe, die wir im Familienalltag schon für verloren glaubten. Und wir fanden kreative Lösungen, weil wir endlich wieder Zeit für uns selbst hatten.

11. Zeit ist das höchste Gut in einer Familie

Ich bin mittlerweile überzeugt, dass Zeit das wichtigste Gut ist, das wir einem Familienmitglied schenken können. Kinder brauchen Zeit für die Entwicklung. Eltern brauchen Zeit, um das Elternsein zu lernen. Paare brauchen Zeit, um sich nahe zu sein. Persönlichkeiten brauchen Zeit, um Kraft zu tanken und zu entspannen.

Schenke also deinen Familienmitgliedern Zeit. Aktiv, indem du Zeit mit ihnen verbringst, ihnen zuhörst und präsent bist. Passiv, indem du ihnen ermöglichst Zeit für sich allein zu verbringen.

12. Gemeinsame Erlebnisse schaffen Bindung und Erinnerungen

Kein Geschenk der Welt kann so wertvoll sein, wie gemeinsame Erlebnisse. Wobei diese Erlebnisse manchmal gratis sind: Wie ein gemeinsamer Spieleabend. Manchmal aber durchaus Geld kosten: Wie z. B. eine gemeinsame Reise. Deiner Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Dieser Faktor zählt so stark und ist so emotional, dass unsere erwachsenen Kinder sich schon für das nächste Jahr für eine gemeinsame Reise nach Rom angemeldet haben 😉

 

Das waren meine 12 wichtigsten Tipps für dich, um die Balance zwischen Familie, Selbstfürsorge und Partnerschaft zu finden und dann erfolgreich die Balance zu halten. Hier noch einmal als Grafik: Balance finden und Balance halten.

 

12 Tipps zum Balance finden & Balance halten als Grafik

 

 

Wie Du in die Veränderung kommst mit dem Ziel die Balance zu halten

Vielleicht magst du dir ja in den nächsten Tagen einmal Zeit nehmen und schauen, welchen dieser Tipps du einfach und leicht umsetzen kannst. Nimm dir nicht alles auf einmal vor. Mach kleine Schritte!

Wenn ein Punkt gut klappt, dann nimm dir den nächsten vor. So wird es mit der Zeit auch dir gelingen die Balance zwischen Familie, Selbstfürsorge und Partnerschaft zu halten.

Wenn du es allein nicht schaffst

Manches wird dir in der Umsetzung leicht fallen. Eltern, Freunde und Verwandte sind sicher gerne für dich da, wenn du Unterstützung in Form von Mithilfe oder Babysittern brauchst. Du musst dafür aber vielleicht auch einmal aktiv nach Unterstützung fragen.

Bei anderen Punkten fehlt dir vielleicht die Idee, wie du das umsetzen sollst. In diesem Fall kann ich dir nur raten: Hol dir Hilfe! Du bist nicht allein. Es gibt Fachleute, die dich auf deinem Weg begleiten. Viele von ihnen haben diesen Weg schon hinter sich. Wie z. B. ich. Der einzige Unterschied: Ich bin meinen Weg allein gegangen und habe mir Vieles unnötig schwer gemacht.

Wenn du Fragen hast zum Balance finden und Balance halten, dann hinterlass gerne einen Kommentar. Sabine und ich werden Rede und Antwort stehen.

 

Liebe Grüße

Ilse

 

Profilfoto Ilse Lechner

Ilse Maria Lechner unterstützt im Entfaltungsparadies Familien dabei, den Alltag ausgeglichen und gelassen zu gestalten.

Sie zeigt Müttern, wie sie mehr Zeit für sich haben können, indem sie ihren Kindern Selbständigkeit beibringen und ihren Stärken gemäß fördern.

Hilfestellung und Inspiration bietet sie in ihren Blogartikeln, Podcasts aber auch in Vorträgen und Einzelcoachings.

 

 

 

Vielen Dank für den tollen Gastbeitrag von Ilse Maria Lechner!!!

Liebe Grüße

Sabine

 

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